4 Wochen Neuseeland im Durchmarsch

Da bin ich doch tatsächlich in Neuseeland gelandet. So wie Australien stand Neuseeland nie wirklich auf meiner “ich will da unbedingt mal hin”-Liste. Aber ich bin nun hier. In Australien kann ich nur bis zu drei Monate am Stück bleiben, muss dann das Land verlassen, kann aber zurückkommen – das erlaubt mir mein Touristenvisum. Und was liegt da näher als nach Neuseeland zu fliegen.

So ging es dann also in der Nacht vom 8. auf den 9. Januar von Melbourne nach Wellington – der “coolsten kleinen Hauptstadt der Welt”, wie die Kiwis gern sagen. Und klein ist Wellington wirklich – ein niedliches Örtchen und angenehm um “anzukommen”. Mein Couchsurfing Host, bei dem ich die ersten Nächte bleiben würde, war tagsüber beschäftigt, sodass ich mir die Stadt und das Te Papa Museum in Ruhe anschauen konnte. Und das Te Papa Museum war wirklich sehr interessant – besonders die Informationen zur Maori-Kultur haben mir später auf meiner Reise tatsächlich geholfen bestimmte Gebäude und Gebräuche zu verstehen. Ansonsten hat das Te Papa Museum noch eine Erdbeben-Abteilung, in der man in ein Haus gehen kann, um ein Erdbeben selbst zu erleben. Naja… wenn man so etwas noch nie erlebt hat, ist es ganz interessant – aber ich hatte das echte Vergnügen ja bereits in Nikaragua und Guatemala Smiley mit geöffnetem Mund

Eines muss ich aber loswerden: für alle unter euch, die auch mit diesem Nachtflieger nach Wellington kommen: die Museumsmitarbeiter sehen es nicht so gern, wenn man auf ihren Bänken schläft Zwinkerndes Smiley – ja, ich war so übermüdet, dass ich mich einfach hingelegt hab. Nächstes Mal würde ich mir wohl eine etwas diskretere Ecke suchen.
Mit Sack und Pack bin ich dann ein wenig durch die Innenstadt gelaufen bis ich endlich auf Mauricio getroffen bin, bei dem ich übernachten würde. Wir sind dann  zu einem kostenlosen Konzert im Botanischen Garten gegangen – Seemannslieder, das war ganz witzig
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Hier ein paar weitere Impressionen aus Wellington:

In Wellington habe ich mir dann auch ein wenig die Zeit genommen um zu überlegen, was ich alles auf der Nordinsel in den vier Wochen, die ich habe, sehen will. Ich konzentriere mich nur auf die Nordinsel, da ich evtl. mit einem Freund zusammen die Südinsel machen werde. Heraus kam diese Liste:
2016-01-11 13.06.43Tja… da ist doch ganz schön was zusammengekommen. Ob ich das alles in 4 Wochen schaffen kann? Ich bezweifle es. Das würde bedeuten dass ich um die zwei Tage pro Ort einplanen müsste – eigentlich weniger. Ihr werdet sehen, was ich gemacht habe und was nicht.

 

 

 

Per Anhalter – ja, ich bin getrampt; ich habe es einfach mal ausprobiert und es hat sehr gut geklappt – habe ich dann Wellington gen Norden verlassen. Ich wusste nicht so genau wo ich hin wollte… Wanganui oder Tongariro oder New Plymouth. Das wollte ich einfach davon abhängig machen, wo meine Mitfahrgelegenheit hin fährt. Das erste Auto fuhr nach Palmerston North und hat mich kurz davor an einer Kreuzung rausgelassen, damit ich nicht durch die Stadt gurken muss. Es war ein nettes chinesisches Pärchen und unterwegs hielten wir in Otaki, um im Icebreakers Outletstore Schnäppchen zu jagen. Leider gab es keine guten Angebote. Die beiden haben mich sogar zu einem Sandwich bei Subways eingeladen. Wow…
Ab Levin, der Kreuzung vor Palmerston North, wurde ich von Peter aus Hamilton mitgenommen. Er hatte Spaß daran, an der einen oder anderen Ecke einen kleinen Umweg zu fahren, damit ich etwas mehr vom Land sehe. Cool.

Er hat mich dann im Tongariro National Park abgesetzt und meinte, wenn ich in Hamilton sein sollte, möge ich ihm doch Bescheid geben. Wir könnten vielleicht  zusammen nach Coromandel fahren oder ein paar Tagestouren machen. Nochmal cool.

So, da war ich nun im Tongariro National Park angekommen. Was macht man denn hier  so? Wandern, klar. Und alles sprach vom der Tongariro alpinen Überquerung. Oh je… ich bin doch kein richtiger Wanderer – hab ja nicht mal vernünftige Schuhe und sportlich bin ich auch kein bisschen. Die Alternativen klangen auch ganz nett: zu nem Skilift und dann zu einem Wasserfall. Aber alles um mich herum sprach von der Überquerung. Und hier kommt das warum. Während der Überquerung kommt man nämlich am “Schicksalsberg” vom Herr der Ringe vorbei. Man kann ihn auch erklettern, was ich aber mal lieber nicht gemacht habe. Es ist eine wirklich tolle Wanderung durch eine bizarre Vulkanlandschaft mit Überraschung, wenn man, wie ich, null Ahnung hatte, was da auf einen wartet. Aber seht selbst:

Einige im Hostel haben mir aber Mut gemacht, dass es zu schaffen sein und gar nicht so schwierig. Ich habe mir dann noch ein paar Treckingschuhe ausgeliehen, damit fühlte ich mich doch sicherer.
Es werden 7-8 Stunden für die Überquerung angesetzt und die habe ich auch benötigt – mit Atempausen (hui.. da hat die Lunge teilweise ganz schön gepfiffen), Essenspausen, Trinkpausen und natürlich Fotostopps. Hier gibt es ein paar genauere Infos für den Interessierten: https://de.wikipedia.org/wiki/Tongariro_Alpine_Crossing
Man trifft natürlich auch auf diejenigen, die einen unglaublich blass aussehen lassen, so wie meine Mitfahrgelegenheit zum nächsten Neuseeland-Stopp Luke, britischer Airforce Pilot, 26 Jahre alt. Er hat die Überquerung inklusive zweier Abstecher auf die beiden anderen Vulkane innerhalb von 5-6 Stunden gemacht. Dafür hat er sich aber ein paar Hiebe auf den Oberarm verdient gehabt. Wer, bitte schön, prahlt denn mit sowas?? Smiley mit herausgestreckter Zunge
Ganz am Anfang des Aufstiegs traf ich auf Tamás aus Ungarn. Er hat mich ordentlich motiviert und mit Geschichten von der Anstrengung abgelenkt. Dafür war ich sehr dankbar.

Am nächsten Tag ging es dann mit Luke, dem unverschämt sportlichen Piloten, in seinem Auto nach Taupo. Taupo liegt am Tauposee, welcher die Größe von Singapur haben soll. Das muss man sich erstmal durch den Kopf gehen lassen – ein See so groß wie Singapur. Wow… Und dann ist das Wasser auch noch so klar!
Luke wollte nur einen Tagesausflug machen und dann zurück zum Nationalpark fahren. Zusammen sind wir ein wenig spazieren gegangen und haben viel gequatscht. Auf dem Weg zu den Huka Falls Wasserfällen sind wir an einer heißen Quelle vorbeigekommen, die wir auf dem Rückweg unbedingt ausprobieren wollten. Es saßen schon ein paar Leute drin, aber es war noch Platz für ein paar mehr.
2016-01-14 14.45.562016-01-14 14.51.41Die Huka Falls sind jetzt keine richtigen Wasserfälle, würde ich mal behaupten. Sehen eher wie Stromschnellen aus. Aber nicht weniger beeindruckend. 2016-01-14 16.20.462016-01-14 16.20.25

Danach ging es also zur heißen Quelle zurück – yeah!
Es hatten sich noch weitere Leute zur Quelle hinzugesellt. Es war dennoch toll: auf der einen Seite ein kleiner Wasserfall, eine natürliche heiße Dusche und auf der anderen der kalte Fluss, der zum Wasserfall führte. Eine kostenlose Kneipp-Einheit. Wenn es zu heiß wurde, ging es ins kalte und dann zurück in die Wärme. Perfekt!

Am nächsten Tag hab ich einfach mal nichts gemacht – auch schön. Ein bisschen Buchlesen und Atemübungen und Meditieren. So geht der Tag auch herum. Achja, ich hab mir noch einen “neuen” Pulli geholt, da es abends doch kühl wird und ich etwas Abwechslung gebrauchen konnte. Richtig neu war er jetzt nicht – ich habe ihn von der Heilsarmee. Die scheinen in Neuseeland echt groß zu sein und sie haben ein großes Angebot an gebrauchter Kleidung. Solltet ihr mich auf einem Foto mit einem Pulli mit blau-weißen Balken sehen: das ist das gute Stück.
Auch wenn ich an diesem Tag nicht viel gemacht habe, habe ich trotzdem jemanden kennengelernt, der am nächsten Tag als Tagesausflug in die Waitomo Höhlen fahren wollte. Da bin ich doch dabei. Die standen auch auf meiner Liste – ihr erinnert euch?

Das Besondere an den Höhlen sind die Glühwürmchen dort. Sie leben in der Dunkelheit und glühen so vor sich hin Smiley mit geöffnetem Mund Es war unglaublich spektakulär und romantisch – leider war die Tour natürlich viel zu kurz. Aber, ich war da und hab es gesehen. Ich dachte mir, wenn ich noch die Zeit habe, kann ich ja von Hamilton oder Auckland aus nochmal hin fahren. Fotos machen war schwierig, da ich die paar Minuten mit den Würmchen für mich genießen wollte (außerdem war Fotos schießen eh verboten). Wer aber mal sehen will, was ich gesehen habe, klickt hier: Waitomo Höhlen Bilder
Abends ging es dann ja nach Taupo zurück und ich plante meine weitere Reise. Ein Bus war schnell organisiert, ich wollte nach Napier an die Ostküste: Pazifik, Weinanbaugebiet und einer der ersten Orte dieser Welt, die den Tag begrüßen. Bevor ich aber am nächsten Tag in den Bus stieg, habe ich noch eine kleine Segeltour auf dem See gemacht – die Maoris der Gegend haben als Dankeschön an die Stadt ein Bild in einen Felsen gehauen, welches nur vom Wasser aus zu sehen ist:
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Am Ende der Tour meinte der Skipper zu mir, ich könnte ja noch einmal mitfahren. Ich bräuchte nur eine Flasche Wein mitbringen. Das sagt er JETZT! Jetzt, wo ich die Stadt verlasse. Trauriges SmileySmiley mit geöffnetem Mund

2016-01-17 16.23.10Die Fahrt nach Napier mit dem Bus war sehr sehr schön – tolle Aussicht über grüne Hügel und tiefe Täler. Das erinnerte schon sehr an Herr der Ringe, ja.

Napier ist im Stil der 30er erbaut, da Anfang der 1930er Jahre ein starkes Erdbeben die Gegend erschütterte und das anschließende Großfeuer die Stadt komplett zerstört hatte. Bis heute hat sich Napier den Charme der 30er Jahre erhalten. Das ist schon ganz nett anzuschauen.
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Hawkes Bay, die Gegend in der Napier liegt, ist übrigens Nr. 2 der Weinanbaugebiete Neuseelands – Nr. 1 ist natürlich Marlborough. Und da darf eine Wein-Tour nicht fehlen. Gesagt, getan – 4 Weingüter mit ganz viel Verkostung und einem Käseteller für alle. Hmm… lecker!
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Ich habe versucht, den perfekten Weißwein für mich zu finden, um ihn mit nach Sydney zu bringen. Leider hab ich ihn nicht gefunden Trauriges Smiley Rotwein ist in dieser Hitze leider auch keine Alternative. ‘Nen Schwipps hatte ich am Ende aber trotzdem und daher bin ich im Bus zurück hübsch eingeschlafen. Hahaha…

Ach, es war sehr schön, mal wieder an der Pazifikküste zu sein. Und der Strand erinnerte tatsächlich an die Westküste Guatemalas: tosende Brandung und schwarzer steiniger Strand. Da kam ein wenig Nostalgie in mir hoch.
An einem Morgen habe ich es tatsächlich geschafft, vor der Sonne aus dem Bett zu kriechen um tatsächlich eine der ersten Personen auf der Welt zu sein, die den Tag begrüßen. Eigentlich liegt Gisborne noch ein wenig weiter östlich, aber ich habe darauf verzichtet nur deshalb dorthin zu fahren. Napier war gut genug für mich.
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Nicht besonders spektakulär, aber ich war immerhin eine der ERSTEN am 18. Januar, die den Tag begrüßten. In Deutschland war noch der 17.1. etwa gegen 18Uhr und in Guatemala war es auch der 17.1. gegen 11Uhr morgens. Verrückte Welt. Wer sich das ausgedacht hat!?

Nach Napier ging es wieder gen Westen ins Inland: nach Rotorua.

Rotorua ist bekannt für seine geothermale Aktivität. In der Stadt blubbert und kocht es an allen Ecken. Selbst im Stadtpark befinden sich einige natürliche Schlammbecken, die etwas unangenehm riechen und ziemlich heiß sind. Ich würde sagen, dass Rotorua auch ein touristisch gut ausgebautes Zentrum ist: man kann Geysire und die Schlammbecken sehen, in ein Maori-Dorf gehen, ihre Kultur kennenlernen und ein typisches Essen genießen, welches in einem der heißen Wasserlöcher gegart wird. Oder man nimmt ein Mountainbike und fährt durch die Wälder; übrigens eines der bekanntesten Mountainbikestrecken Neuseelands.

Wai-o-tapu – Geysire, heiße Quellen, Schlammbäder und giftige Seen – die Natur bring so viel Unglaubliches zustande!
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Maori-Begegnungen:

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In Rotorua läßt es sich schon ein paar Tage aushalten und der Gestank war jetzt auch nicht soo schlimm Zwinkerndes Smiley

Als nächstes stand Hobbiton auf meinem Plan – die Filmkulissen vom Herrn der Ringe. Ich bin jetzt kein Riesenfan, aber wo ich schon mal da bin, wollte ich es auch nicht verpassen. Viel gibt es dazu nicht zu sagen. Man bekommt eine 2-2,5 stündige Tour mit ein paar interessanten Insider-Informationen. Aber es ist halt eine Kulisse, wenn auch wunderschön und fast alles echt. Aber schaut selbst

Hobbiton war ein kleiner Zwischenstopp auf meinem Weg nach Hamilton. Das Angebot von Peter hatte ich ja nicht vergessen und ich dachte mir, ich probiere einfach mal mein Glück. Ich musste auch nicht lange an der Straße stehen und wurde mitgenommen. Das mit dem per Anhalter fahren funktioniert hier wirklich gut. Alles liebe Leute!

So kam ich also nach Hamilton. Ich schätze, die Stadt liegt jetzt nicht bei jedem auf dem Tourplan, aber einen Tag kann man da schon ganz gut verbringen. Besonders der Weg am Fluß entlang zum Hamilton Garten ist wunderschön.
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Und es hatte geklappt! Ich habe mich wieder mit Peter getroffen und wir sind am gleichen Abend noch nach Raglan an der Westküste gefahren. Nettes kleines Surfer-Örtchen. Es ist nicht viel los, aber es hat einen besonderen Charme. Wer gern surft ist dort wohl gut aufgehoben.

Peter, Tracey (seine eventuell zukünftige Freundin) und ich sind dann zusammen nach Coromandel zum Zelten gefahren. Mein Glück, dass Tracey alle Zeltutensilien dabei hatte. Ich bin für sowas ja kein bisschen ausgerüstet. Ich war ein wenig skeptisch, ob das mit uns dreien auf so engem Raum klappen könnte. Aber es fing ganz gut an.

Wir hielten kurz in Paeroa. Dort kommt die bekannte L&P Limonade her. Wenn ich sage “bekannt”, dann halt eher bekannt in Neuseeland. Hier kommt auch der Spruch “worldfamous… in New Zealand” (weltbekannt… in Neuseeland) her.
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Ich hatte mich schon gewundert… den Spruch habe ich schon öfters, gerade bei Touren, gehört und fand ihn irgendwie komisch… weltbekannt – in Neuseeland. Macht jetzt irgendwie Sinn. So wie die Kiwis auch immer betonen, dass dies oder das das größte oder älteste oder… ist (mit dem Zusatz “auf der Südhalbkugel”). Naja… das ist ja jetzt nicht sooo schwer Zwinkerndes Smiley

2016-01-24 14.53.45Über einen lauschigen Umweg mit Picknick-Pause an der Straße bei einem Fluss erreichten wir dann unser Ziel: Hot Water Beach (Heißes Wasser Strand).

 

Die große Attraktion an diesem Strand ist, dass unter dem Sand eine heiße Quelle liegt. Wenn man dann bei Ebbe ein Loch in den Sand gräbt, erreicht man die heiße Quelle und kann sich somit sein eigenes Thermalbad / –spa basteln. Das haben wir dann auch versucht. Naja, wir waren jetzt nicht soo erfolgreich, da wir nicht wussten, wo genau wir graben sollten. Aber es war lustig. Andere hatten dann die Stelle gefunden und ich hab mich da halt mit in ihren Pool gesetzt. Meine Güte, das war vielleicht heiß! Man sagt, es wäre so um die 60°C… da verbrüht man sich ganz schnell mal die Fußsohlen. Wenn dann aber mal eine Welle vom Meer herübergespült kommt, gleich sich die Temperatur ein wenig aus. Tolles Erlebnis, das man nicht verpasst haben sollte, wenn man erst einmal hier in Neuseeland ist!
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Aber selbst wenn man nicht zur richtigen Zeit kommt, ist der Strand einen Besuch wert! Wirklich schön. Nur schwimmen ist gefährlich – zumindest in der Zeit, in der wir da waren. Soweit ich das verstanden habe, ist wohl jemand am Tag zuvor ums Leben gekommen und jemand anderes wäre fast ertrunken. Die Rettungsschwimmer sind immer auf der Hut und stellen Schilder auf, wenn es zu gefährlich ist zum schwimmen. Aber das hält den einen oder anderen auch nicht davon ab, es zu versuchen Trauriges Smiley.
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Wir blieben zwei Nächte auf dem wirklich gut ausgestatteten Campingplatz. In der zweiten Nacht wurde es tatsächlich etwas unangenehm zwischen den beiden. Ich hab versucht zu vermitteln, aber da sind zu viele Ängste, Wünsche und Gefühle involviert, dass ich nicht so viel machen konnte. Zumindest haben sie sich für den Rückweg am nächsten Tag zusammengerissen. Man möchte meinen, die Liebe wird im Alter einfacher… aber nix da. Ich kann da ja auch ein Lied von singen Zwinkerndes Smiley

Auf dem Rückweg ging es noch in Richtung Whitianga (übrigens: wenn ein Maori-Wort mit Wh beginnt, dann spricht man das wie F, also Fitianga). Danach hielten wir noch in Tairua mit Blick auf Pauanui, hatten ein Picknick mit Blick auf Whangamata und es ging wieder zurück nach Hamilton über Paeroa (wir erinnern uns? die L&P Limonade) durch den Karangahake Gorge (Schlucht).

Alles wunderschön – ich war aber auch ganz froh wieder im Hostel und für mich allein zu sein. Camping ist cool, aber mit den richtigen Leuten ist es deutlich entspannter.

Von Hamilton bin ich dann am nächsten Tag mit dem Bus nach Auckland. Und hier bin ich jetzt, entspanne und nehme mir die Zeit, diesen Blog zu schreiben.

Fortsetzung folgt…

mit dem Zug von Bangkok nach Chiang Mai

Es gibt ja verschiedene Möglichkeiten von Bangkok nach Chiang Mai zu kommen: Flug (z.B. mit Air Asia ab 790 Baht), mit dem Nachtzug (ab etwa 1.200 Baht) oder so wie ich es gemacht habe: mit dem Zug tagsüber mit verschiedenen Stopps auf dem  Weg. Ich hab ja Zeit…

DSCN0058So ging es als erstes nach Ayutthaya, der ehemaligen Hauptstadt Thailands. Dort gibt es unzählige Tempelruinen zu besichtigen. Das berühmteste Bild, ist vermutlich DIESESSmiley mit geöffnetem Mund
Die Fahrt dauert etwa 2 Stunden und kostet nicht einmal 1€. Dafür ist sie umso spannender, da man hauptsächlich mit Thais zusammensitzt. Wenn man es richtig anstellt, kommt man mit ihnen auch in Kontakt und tauscht Reise-Snacks aus, so wie ich. Ein getrocknetes Seegrasblatt wird es bestimmt nicht in meine Reise-Snack-Liste schaffen.

Weitere Impressionen findet ihr hier:

DSC_0290An einem Tag hatten wir uns dann Fahrräder ausgeliehen (50 Baht pro Tag pro Rad) und haben uns einfach mal die Stadt angeschaut und die verschiedenen Tempel abgeklappert. Dabei sind wir auf eine Zeremonie gestoßen. Viele Männer und Frauen waren außerhalb des Tempels während die  Mönche drinnen saßen. Draußen spielte eine Band Musik. Und es gab Essen. Meine Interpretation: die Leute der Umgebung brachten Essen für die Mönche. Dann haben sie selbst auch was gegessen. Wir wurden sehr freundlich begrüßt und eingeladen, doch ein bisschen Musik mitzumachen. Nach einem Freigetränk Fanta sagt man doch nicht Nein Smiley mit geöffnetem Mund

DSC_0293Getanzt wurde auch zu “unserer” Musik. Als die Mönche dann mit ihrem Essen durch waren, wurde alles irgendwie eingepackt und untereinander verteilt. Sehr gern hat man uns etwas vom Essen abgegeben. Ich muss gestehen: gekauft hätte ich mir diese Suppe bestimmt nie – und werde ich auch nicht. Es war Schweinesuppe. Gut, Leber lass ich mir ja noch gefallen. Das habe ich als Kind auch gegessen, nur in den letzten Jahren nicht mehr. Dann aß ich etwas, was sich wohl als Niere herausstellte. Gut, kann man essen – würde ich mir aber freiwillig nicht bestellen. Als ich dann aber auf Gedärme gestoßen bin, hab ich es aufgegeben – Höflichkeit hin oder her. Das ging einfach nicht.

Dann ging es per Zug weiter nach Lopburi – bekannt für seinen “Affentempel”. Liegt auf dem Weg, kann man mal mitnehmen.
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Ich muss sagen, in Lopburi hab ich den besten Nightmarket (also Nachtmarkt) Thailands erlebt. So viele verschiedene Stände mit verschiedensten Essen habe ich sonst nirgends gesehen. Eines leckerer als das andere. Ich hatte mich dann für eine Pilzsuppe entschieden, da ich mal was anderes probieren wollte. Naja… war okay, aber auch nicht so der Brüller.

2015-04-09 10.52.212015-04-09 10.52.34Vor dem Betreten des Affentempels wird man vor den Affen gewarnt – man hört und liest auch zahlreiche Berichte, dass die Affen ziemlich aufdringlich werden können. Ich hab ein wenig Respekt vor den Tieren und hab Abstand gehalten. Zwei Mädels vor Ort hatten sich jedoch ein Tütchen mit Sonnenblumenkernen gekauft. Anfangs war das auch ganz witzig, weil die kleinen Affen ganz zutraulich waren und auch auf ihre Schultern gesprungen sind. Am Ende wurden sie jedoch recht aggressiv und eines der beiden Mädels wurde in den Oberarm gebissen. Na, tolle Fotos haben sie trotzdem. Muss jeder selber wissen, ob es das Wert ist.

Ich finde, man muss nicht unbedingt in Lopburi übernachten – als zwei- bis dreistündiger Zwischenstopp auf der Strecke reicht das auch. Nur, der Nightmarket ist schon ziemlich gut…

Der nächste Ort auf der Strecke war Phitsanulok… dort stiegen wir aus dem Zug aus und waren gleich ganz erschlagen vom krassen Strassenverkehr. Die Hotelsuche gestaltete sich auch etwas schwieriger und teurer als wir dachten, sodass wir kurzerhand zum Busbahnhof gefahren sind, um direkt weiter nach Sukhothai zu fahren. Das war dann leider auch nicht so einfach, da der Bus offensichtlich irgendwo liegengeblieben war. Am Ende gab es aber eine Rettung in Form eines Kleintransporters, der uns und weitere Touristen nach Sukhothai mitnahm.

Sukhothai hat einen wirklich schönen großen historischen Tempelpark mit beeindruckenden Ruinen. Im Tuk Tuk zum Park traf ich auf Simon, einen sehr sympathischen Franko-Kanadier. Gemeinsam erradelten wir den Park bis ein Sturm über uns einbrach – sehr atmosphärisch, aber auch sehr nass. Wir stellten uns unter und warteten. Leider dauerte das so lange, dass wir den Rest des Parks nicht mehr anschauen konnten, da wir das Ende der Öffnungszeiten erreicht hatten.
Beim Unterstellen trafen wir auf einen weiteren nassen Radler, Dave aus England. Zusammen im Tuk Tuk zurück in die Stadt entschieden wir uns zum Abendessen zu treffen. Pablo, mein Reisebegleiter hatte keine Lust mitzukommen, also ging ich allein zum Treffen. Und prompt traf ich kurz vor dem Treffpunkt auf einen etwas älteren Thai, der mich auserkoren hatte um sein Englisch aufzupolieren. Den nahmen wir kurzerhand mit in unsere Gruppe auf. Es stellte sich heraus, dass er Englischlehrer war und offensichtlich jeden Abend Touris ansprach, um sein Englisch aufzupolieren. Welch ein Glück für uns, denn er zeigte uns Stände mit gutem Essen und brachte uns ein bisschen die thailändische Sprache näher.
Es stellte sich heraus, dass Dave auch auf dem Weg nach Chiang Mai war, sodass wir Nummern austauschten,, um uns dort zu treffen – sein Bus ging früher als meiner… Simon war auf dem Weg nach Süden – er kam gerade von Chiang Mai, sodass sich unsere Wege an diesem Abend auch schon wieder trennten. Solche spontanen Treffen sind genial – manche sind nur von kurzer Dauer und manche führen zu einer genialen zweieinhalbwöchigen  gemeinsamen Reise, wie im Falle von Dave, den ich dann in Chiang Mai tatsächlich wiedertreffen sollte.

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Über die Couchsurfingseite bin ich auch auf ein Event aufmerksam geworden: eine Köchin bot eine Art Kochkurs mit Marktbesuch zum Selbstkostenpreis an. Da mache ich doch mit! Es war nett, in einen anderen Teil der Stadt zu kommen und andere Couchsurfer kennenzulernen. Der Kurs an sich war eher ein “Schnippel-Kurs”. Sie hatte nicht viel erklärt – wir haben einfach alles geschnitten, wie sie es gern hatte. Am Ende gab es dann Tom Ka Gay (Kokosnusssuppe mit Hühnchen) und gegrilltes Hühnchen mit blauem Reis. Alles in allem war es etwas enttäuschend aber sehr lecker. Dort traf ich auch auf Pablo, einem Koreaner aus Argentinien und da wir in etwa den gleichen Reiseplan hatten (irgendwie Richtung Norden, Chiang Mai, mit verschiedenen Stopps auf dem Weg), haben wir uns zusammengetan für den Weg.

Bangkok – mal gar nicht so stressig

Ich erinnere mich vor – oh je… 17 Jahren – schon einmal in Bangkok gewesen zu sein. Damals war ich überwältigt von allem: meine erste richtige Fernreise, Jetlag, Hitze, Riesenstadt, Smog, riesige Wolkenkratzer überall, unglaublich viel Verkehr und an jeder Ecke roch es anders.

So wusste ich in etwa, was mich erwartet und ich nahm die Stadt gelassen. Ich ließ mich nicht hetzen und merkte, dass Bangkok gar nicht so übel ist. Die vielen Tempel hatte ich damals schon gesehen und selbst nach 17 Jahren hatte ich nicht das Bedürfnis, sie noch einmal zu sehen – also fiel auch dieser “Touri”-Stress weg.

In meinem Flieger von Berlin über Moskau nach Bangkok lernte ich eine Deutsche kennen, Jenny, mit der ich dann zwei Tage lang die Stadt unsicher gemacht habe:

Wenn man nicht gerade in der berühmt-berüchtigten Kao San Road unterkommt, dann ist es ziemlich einfach von A nach B zu kommen: Sky Train und Metro sind billig und man kommt im Grunde überall hin. Die Kao San Road liegt etwas abseits des öffentlichen Nahverkehrs und daher muss man auf Tuk Tuks vertrauen und hat handeln, da sie gern einen exorbitanten Preis verlangen. Beispiel: Jenny und ich waren am ersten Abend in der Kao San Road, damit ich das auch mal gesehen habe. Wir brauchten daher ein Tuk Tuk um zur nächsten Sky Train Station zu kommen. Wir haben den Fahrer von 250 Baht auf 120 runtergehandelt (was nach Jennys Erfahrung immernoch etwas zu viel war). Und er hat uns nicht bis zur besprochenen Station gebracht sondern einfach zur nächstgelegenen…

Am nächsten Tag trafen wir uns im Lumpini Park, um einfach mal die grüne Seite der Stadt zu genießen und es war wirklich sehr lauschig: grün, Tiere und ein künstlicher See. Ein Highlight:  ab etwa 17Uhr wird öffentliches Aerobic angeboten – einfach mitmachen, wenn man mag – da hopsen junge Frauen mit alten Männern und kleinen Kindern im gleichen Rhythmus. Nur das Mitzählen fällt dem Ausländer doch etwas schwer Smiley mit geöffnetem Mund. Und dann kommt es: Punkt 18Uhr ertönt die Nationalhymne und plötzlich sind alle still: kein Gehopse mehr, jeder Jogger und Spaziergänger bleibt stehen, hört der Nationalhymne zu. Ein wirklich surreales Erlebnis. Nach einer Minute nimmt jeder seine Geschäftigkeit wieder auf. Diesem Spektakel sollte ich dann noch einige Male an weiteren öffentlichen Plätzen beiwohnen.

Als passionierte Tänzerin durfte natürlich ein Abend in einer Salsa-Bar nicht fehlen. So suchte ich über die Couchsurfingseite Gleichgesinnte und traf auf Pui – eigentlich hatte ich gleichzeitig nach einer Übernachtungsmöglichkeit gesucht, wurde aber enttäuscht. Die Resonanz war sehr gering und die, die zurückgeschrieben haben, haben aus persönlichen Gründen abgesagt (selbst nicht in BKK oder können aktuell kein Sofa anbieten oder oder oder…). Aber immerhin ist der Kontakt zu Pui entstanden und wir trafen uns, um gemeinsam was zu essen und dann zu Zak’s Bar zu gehen, wo es Freitagabend heiß zugehen sollte. Es ist ein super Mix aus Thais und Expats – mit allen Tanzlevels. Es hat mir sehr gut gefallen. Jeder tanzt mit jedem. Der Eintritt war etwas happig: 300 Baht (etwa 9€) – 1 Getränk inklusive.

ich bin wieder unterwegs

Jetzt bin ich schon über einen Monat wieder unterwegs und der eine oder andere fragt sich vielleicht schon, was mit mir los ist – kein Beitrag, keine Fotos von mir…wo treibe ich mich eigentlich gerade herum?

Einen ganzen Monat lang bin ich durch Thailand gereist – auf meine entspannte Art ScreenHunter_05 May. 06 12.21und Weise – und hatte einfach keinen Drang, mich an meinen Rechner zu setzen. Hier auf Langkawi, Malaysia, nehme ich mir jetzt endlich mal die Zeit. Ich habe mich in einem Hostel festgesetzt, erkunde die Insel und schreibe nun ab und an meine Erlebnisse in Thailand auf. Dementsprechende werden dann auch demnächst nach und nach neue Beiträge auf meiner Seite erscheinen.

Somit entschuldigt bitte die zeitliche Verzögerung! Cooles Smiley

San Andres – irgendwie nicht Kolumbien oder doch?

Ich muss gestehen: ich bin schon wieder zurück in Hamburg (17.10.2014) während ich diesen Eintrag schreibe. Aber da ich meine Einträge immer etwas zeitversetzt geschrieben habe – dann, wenn halt Zeit war – ist es hier genauso. Aber das soll mich nicht davon abhalten von San Andrés und Providencia zu schwärmen.

Wie bereits angedeutet, bin ich dann mit Vivacolombia nach San Andrés geflogen. Ich bin ein wenig spät vom Hostel los (ich dachte, das reicht doch dicke…) und kam zur Zeit des Boardings am Flughafen an. D.h. ich hatte keine Zeit mehr, mein Gepäck einzuchecken. Ohje… ABER oh Wunder, mein 38l Rucksack ging glatt als Handgepäck durch. Und… oh Wunder, ich musste keine meiner Flaschen mit Flüssigkeiten herausholen und wegwerfen, denn auf nationalen Flügen in Kolumbien gilt die 100ml-Regel nicht. Genial! Somit musste nur mein Taschenmesser raus und der Rest konnte drin bleiben😀

Der Flug war für mich ein normaler Flug, aber für viele Kolumbianer war es der erste Flug überhaupt und so geschah es, dass viel geklatscht, geweint, gebetet und gejubelt wurde. Ich kam mir vor wie auf einem Rummel und fand den Emotionsausbruch sehr erfrischend.

So, wo liegt denn die Insel San Andrés jetzt eigentlich?
Um die beiden Inseln San Andrés und Providencia gibt es immer mal wieder Streitigkeiten zwischen Kolumbien und Nicaragua. Nicaragua? Das ist doch so weit weg von Kolumbien. Stimmt – und stimmt nicht, denn die beiden Inseln liegen vor der nicaragischen Grenze – gar nicht so weit weg von meiner Paradiesinsel Little Corn Island:
San Andres google
(http://maps.google.de)

Zwei Wochen Karibikinsel… um nicht ganz dem Nichtstun und dem Grübeln („oh je… bald geht’s nach hause“) zu verfallen, hatte ich mich vorab auf http://www.workaway.info informiert, ob es eine Möglichkeit gibt, hier irgendwo auszuhelfen und dafür kostenlos zu schlafen. Und ja: das gab es! So bin ich zum Blue Almond Hostel gekommen. 10671223_752718844789736_4330964312346589806_nDas hatte bis Ende September geschlossen und brauchte noch ein paar helfende Hände. Das Gröbste war wohl schon gemacht, sodass für mich noch saubermachen und Hunde gassiführen übrig blieb. Super entspannt und ich hatte das kleine Hostel fast ganz für mich allein. Familienanschluss garantiert – war klasse.

Juan und Jennifer sind ein super lustiges Pärchen aus Kolumbien, die das Hostel schon seit knapp 4 Jahren führen. Hat gepasst.

Da fügte sich auch das eine zum anderen: Juans Onkel, Moises, hat eine Tauchschule. Na, da frag ich doch mal an. Und es war wieder unglaublich schön: dieses Mal ging es OHNE Boot ins Wasser – direkt vom Strand bzw. vom Korallenstrand rein ins türkisfarbene Nass. Und da im September auf der Insel nicht ganz so viel los ist, hatte ich meinen Buddy (=Tauchgefährten) ganz für mich allein und wurde von keinen anderen Tauchern gestört.
Mo fuhr dann irgendwann für eine Woche nach L.A. und ich probierte noch einen anderen Tauchshop aus: Blue Life Dive – geführt von einem Freund von Juan (naja… die Insel ist klein, man kennt sich…). Dessen Vater, Educardo, führte die Tauchtruppe an und das war wirklich witzig. Zwei Tauchgänge und dazwischen hielten wir an „Aquario“ an – eigentlich ein schönes kleines Caye, wenn nur nicht so unglaublich viele Touristen dagewesen wären. Man konnte die kleine Insel kaum sehen. Und geschäftstüchtige Inselbewohner nutzen es, um einen Manta in die Hand zu nehmen: „Foto? Foto? Nur 2,50US$“. Ohje… gar nicht meins!
Nichtsdestotrotz merke ich, dass allein tauchen – ohne fremde Flossen im Gesicht und einen Buddy, der ständig irgendwoanders ist, nur nicht in deiner Nähe wo er hingehört – mir am meisten Spaß macht.

Dann ging es natürlich noch die Insel erkunden. Es gibt Busse, die so alle 20min kommen sollen, aber wer schaut schon auf die Uhr, was!? Man steht und winkt, wenn der Bus vorbeischaut. Ansonsten gibt es noch die Mototaxis (also Motorräder, die dich für kleines Geld zu deinem Ziel fahren), die ich aber vermieden habe, da sie doch ganz schön schnell und gefährlich unterwegs sind – Einheimische haben mich immer wieder bestärkt, dass es eine gute Entscheidung ist, nicht mit ihnen zu fahren. Und dann gibt es noch die Möglichkeit per Anhalter zu fahren. Auf der Insel kann man sich Golf Cars ausleihen und viele Touristen nehmen dann auch problemlos Anhalter mit. Anfangs war ich etwas enttäuscht, da doch viele an meinem winkenden Daumen vorbei fuhren, aber im Laufe der Zeit ging es und man kommt wieder ins Gespräch:-)

SAMSUNGSo bin ich an einem Tag nach „Rocky Caye“ gefahren. Das ist ein Strand vor dem eine kleine Insel lagert zu der man hinlaufen kann. Dahinter befindet sich ein Schiffswrack: die Abenteuerlichen unter euch können das Wrack auch besteigen und runterspringen – ich hab mich da zurückgehalten, da ich zwar gegen Typhus usw. geimpft bin, ich mir aber keine Narben holen wollten.
Am Strand wird man übrigens auch gleich von geschäftstüchtigen, teilweise sehr charmanten, jungen Männern begrüßt, die sich als Tourguide oder ähnliches anbieten. Bei einem entspannten Gespräch mit einem von ihnen erfuhr ich, dass das alles eine Familie ist, die sich dieses Geschäft aufgebaut hat (alles Cousins). Sehr raffiniert und hilfreich fand ich die abschließbaren Schränke für 2,50US$ pro Tag. Gerade wenn man allein unterwegs ist und ins Wasser will: perfekte Lösung und kostet auch nicht die Welt. Nach einem Gratis-Cocktail des Tourguides musste ich auch schon wieder zurücktrampen, um pünktlich zum Gassigehen wieder im Hostel zu sein. Auf dem Rückweg war es noch schwieriger eine Mitfahrgelegenheit zu finden. Bis dann eine Frau auf ihrem Motorroller neben mir anhielt und mich fragte, wo ich hinwolle. Sie nahm mich mit – hat dann aber auch gleich versucht, mich zu einer Verkaufsveranstaltung von „New Skin“, einem „unglaublich tollen neuen Produkt“ aus den USA für die Haut, für die nächsten Tage einzuspannen. Ich konnte mich rausreden, aber Danke für die Mitfahrgelegenheit😉

An einem anderen Tag wollte ich noch mehr von der Insel sehen. So führte mich mein Weg zur Lagune Big Pond, das ist ein kleiner See/Teich mit Caymanen und es wird immer wieder betont, dass man keinen Eintritt zu zahlen braucht. Meine Mitfahrgelegenheit (dieses Mal ein Tourguide in seinem Privatauto – „Nein danke, ich brauche keinen Tourguide, ich reise auf Budget, deshalb trampe ich – und vielen Dank für die Mitfahrgelegenheit“) ließ mich am Eingang raus und so lief ich den Berg runter. Dort angekommen stürzt ein leicht angetrunkener älterer Mann auf mich zu und will Geld, also Eintrittsgeld, von mir. Das wäre sein Land und man müsse bezahlen. Ich blieb stur und zahlte nicht, denn das ist das, was mir gesagt wurde. Der Mann wurde ungehalten, wurde laut, schrie mich an und hob seine Hand sodass ich schon dachte, da passiert gleich ein Unglück mit mir. SAMSUNGIm Gehen versuchte ich ihm zu erklären, dass ich weiss, dass das kein Eintritt kostet und wenn, dann soll er mir eine Eintrittskarte geben usw. usw. wir diskutierten bis mir der Geduldsfaden riss und ich ihn auf deutsch (vorher ja alles auf spanisch) bequatschte. Irgendwann stießen wir auf einen anderen Mann und der Ältere hoffte wohl, dass der andere an seiner Stelle für ihn weitermacht und mich „bearbeitet“. Er ließ ab von mir und ich – emotionsgeladen und leicht zitternd – hatte endlich so etwas wie meine Ruhe. Puh… und hat sich diese Aufregung gelohnt? Nein, leider nicht. Es ist ein kleiner Tümpel, um den man in 15min herumgelaufen ist und ja, es gibt Caymane – und davon ziemlich viele.

Dort stieß ich auf einen jungen Mexikaner, der auch gerade dort im Urlaub war und er begleitete mich noch ein wenig zu meinem nächsten Touristen-Punkt, den ich mir anschauen wollte: Captain Morgan’s Höhle. Er hat mich schon vorgewarnt, dass sich der Eintritt von 5US$ nicht wirklich lohnt. Na, mal schauen. Er fuhr dann auf seinem Rad weiter in eine andere Richtung.
Vor dem Eingang stand dann ein großer Bus, den ich schon öfters auf der Insel hab hin- und herfahren sehen. Es ist kein öffentlicher Bus und ich war neugierig. Drin saß ein Mann von dem ich dachte er sei der Fahrer. Wir unterhielten uns – es stellt sich heraus, dass das ein „Chiva-Bus“ sei, der Inselrundfahrten für Touristen anbietet. Es gäbe 3 verschiedene Varianten: die Standard-Tour am Vormittag, die Luxus-Tour mit Getränke-Flatrate am Nachmittag und eine Disko-Tour an einigen Abenden. Ich bin offensichtlich auf die Luxus-Tour-Gruppe gestossen und mir wurde gleich erst einmal ein kühles Bier angeboten. Nimmt man doch gerne. Nach weiterem Geplänkel mit Paul, dem Tourguide, lud er mich ein, die Tour bis zum Ende mit ihnen mitzufahren. Ähm… okay… nehme ich doch gern an! Noch ein Bier? Klar!
So schaute ich mir dann noch die Captain Morgan’s Höhle an – lohnt nicht wirklich, aber wenn man schon mal da ist und eingeladen wird …😉
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Danach ging es auf der Tour weiter Richtung Süden zum nächsten Punkt „West View“. Dort kann man baden (hmm… war ich leider nicht drauf vorbereitet und in Unterwäsche wollte ich mit den vielen Leuten dann auch nicht schwimmen) und man bekommt beim Eingang ein Stück Brot, mit dem man die Fische füttern kann – und es kommen unglaublich viele Fische. Da ich nicht ins Wasser bin, hab ich mein Brot so geworfen, dass die Fische dahin kamen, wo ein kleines Mädchen mit ihrem Vater schwammen – Freude pur!

SAMSUNGZum Schluss ging es zum „Hoyo Soplador“, das ist ein Loch in der Korallenbank, aus dem, wenn der Wind gut steht, Flut ist und hohe Wellen, das Meerwasser herausspritzt wie bei einem Geysir. Aber ihr ahnt es schon: keines der drei Umstände war gegeben und somit ist der Hoyo Soplador dann doch nur ein Loch…

Nichtsdestotrotz hatte ich ne Menge Spaß, viel Bier und habe ein bisschen über die Insel San Andrés und ihre Bewohner gelernt – dank Paul, dem netten Reiseleiter:
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Wo ich schon einmal da (auf San Andrés) war, hab ich die Chance genutzt und bin mit dem Katamaran nach Providencia, einer kleineren Insel in der Nähe gefahren. Dort ist es deutlich ruhiger und die Strände sind deutlich weniger besucht. In meinem Hostel habe ich Jessica aus L.A. kennengelernt, die seit 3 Jahren in Bogota arbeitet, und gemeinsam haben wir die Insel erkundet. Ich hatte geplant, so wie sie, zwei Nächte zu bleiben. Aber es war dann doch so idyllisch und ruhig und ich hatte ja keinen Zeitdruck, dass ich mir zwei weitere Nächte gegönnt habe und es hatte sich gelohnt. Am letzten Abend war ich auf einer Raggae/Calypso-Party mit Live Musik von Musikern der Insel. Wirklich toll – toller Gesang, tolle Rhythmen und es wurde getanzt.

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Dann musste ich aber doch irgendwann wieder zurück – mein Flug nach Bogotá und der am Tag darauf nach Deutschland rückten immer näher.
Per Anhalter ging es dann zur Katamaran-Anlegestellt und ja, ich bin auf einem Motorrad mitgefahren UND es ist passiert… man hatte mich gewarnt und ich war auch vorsichtig, aber in dem Moment war ich abgelenkt: ich stieg auf der falschen Seite ab und hab mir ein kleines Brandmal vom heißen Auspuff an meinem Bein zugezogen. So ein Mist! Naja… sollte die Stelle in ein paar Monaten immernoch zu sehen sein, ist es halt ein „Providencia Branding“:-)
Mit dem Katamaran (unter Einheimischen auch „Vomitaran“ – also Kotzschiff genannt) ging es wieder nach San Andrés. Dort führte ich die beiden Hunde wieder fleissig Gassi und mischte mich unter die ersten Gäste des Hostels. UND: ich ging wieder tauchen – allein mit Mo. Es ging in dunkle Höhlen, entlang eines Drop-offs und zu einer Statue, die als Touristenattraktion im Wasser versenkt wurde. Es war wieder genial! Den angebotenen Nachttauchgang musste ich dann jedoch traurigerweise ablehnen, da ich am nächsten Tag um 16:30Uhr den Flieger nehmen musste und man 24h vor einem Flug nicht mehr tauchen sollte.
Abends gingen Mo, Juan, Jennifer und der neue Gast Simon und ich in die City zu einem letzten gemeinsamen Bier.
Am Abflugtag ging ich es noch einmal gemütlich an: chillen am Pool in Mos Hotelanlage zusammen mit anderen Hostelgästen, um dann am Ende doch total gehetzt zum Flughafen zu kommen.
Dann ging es nach Bogotá und am nächsten Tag dann nach Deutschland…

Übernachtet in:
San Andrés: Hostel Blue Almond (kostenlos, da ich dort ausgeholfen habe, sonst etwa 16US$ – sehr zu empfehlen: vergleichsweise günstig und man hat schnell Anschluss, familiäre Atmosphäre)
Providencia: Hostel Blue Almond (welche Überraschung!:-), 23US$ pro Nacht im Schlafsaal, wobei der Schlafsaal echt schön ist inkl. Klimaanlage)

Achja… um auf den Titel dieses Artikels zurückzukommen: die Insel gehört zwar zu Kolumbien, aber die Bewohner sehen sich nicht wirklich als Kolumbianer – sie sind Insulaner und wie bei den anderen Inseln, die ich besucht hatte auch: es wird Creol-englisch und spanisch gesprochen

Medellin – einst die gefaehrlichste Stadt Kolumbiens / Guatape

Wie gesagt, auf dem Weg nach San Andres habe ich einen Stopp in Medellin gemacht, weil man von dort aus gut auf die Insel fliegen kann.
Medellin war einst die gefaehrlichste Stadt Kolumbiens, da hier das Drogenkartell am staerksten ausgepraegt war. Heute versucht die Stadt sich dem Tourismus zu oeffnen und den Anwohnern ein sicheres Leben zu bieten. Und ich finde, es funktioniert.
In dem Hostel, in dem ich uebernachtet habe, wurde eine kostenfreie Stadtfuehrung angeboten (kann man aber auch hier online reservieren: http://www.realcitytours.com/#!free-walking-tour/c1hbi). Und ich kann diese Tour nur JEDEM empfehlen. Die Tourfuehrer sind extrem engagiert und sie lieben ihre Stadt – kennen aber auch die Schattenseiten und schrecken nicht davor zurueck davon zu sprechen. Ich war begeistert. Und das ganze funktioniert auf Spendenbasis, trotzdem sollte man nicht vergessen, dass das ihr Job ist und sie davon auch irgendwie leben wollen und muessen.

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Medellin habe ich auch als Station genommen, um von dort aus einen Tagesausflug nach Guatape, einem niedlichen Doerfchen in der Umgebung, und dem Piedra de Peñol zu machen. Ich habe gehoert, dass die Gegend wunderschoen sein soll und habe (leider) auch schon vorab ein Foto gesehen. Ich schreibe „leider“ weil es so schoen ist, dass man sich hier auch gut ueberraschen lassen kann. Ich werde euch die Bilder aber nicht vorenthalten – ich teile ja gerne😀
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Man muss 740 Stufen hochsteigen – ganz schoen anstrengend, aber machbar und die Aussicht belohnt alle Anstrengungen:
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SAMSUNGOben auf dem Stein habe ich zwei Belgier getroffen, die mit zwei anderen ein Boot mit Fahrer mieten wollten, um auf dem See zu fahren. Der See ist uebrigens ein Stausee – wer haette das gedacht… sieht doch unglaublich aus, oder!?
Wie gesagt, die Jungs wollten auf dem Stausee herumfahren und ihnen wurde gesagt, dass sich der Ausflug echt lohnt. Ich hatte noch ein schweizer Paerchen getroffen, die auch ueberlegt hatten, einen Bootsausflug zu machen und somit sind wir zu siebent (je mehr desto guenstiger!) auf dem Stausee herumgefahren. War ganz nett, aber wie sagt man so schoen: „tat nich Not“ – hat sich nicht wirklich gelohnt, wie ich finde. Aber das sollte jeder fuer sich selbst entscheiden.
Danach hab ich mir noch Guatape angeschaut: niedliches, beschauliches Doerfchen. Lohnt fuer einen Tagesausflug oder wenn man Ruhe sucht ist es ein ideales Fleckchen Erde.
Übernachtet in:
Blacksheep Hostel in Medellin (11US$ im 10er Schlafsaal – war okay, aber nicht mein Favorit)

In der Kaffeezone

Ich musste mal aus der Stadt raus in die Natur und da lag es nahe („nahe“… naja… 6 Stunden mit dem Bus sind in Kolumbien ja nicht viel😀 ), in die Kaffeezone von Kolumbien zu fahren: viel Natur und man lernt sicherlich noch etwas ueber Kaffee. Also ging es fuer mich mit dem Bus frueh morgens nach Salento.
Salento ist ein kleines Dorf mitten im „Kaffee-Dreieck“, in dem sich ein Besuch wirklich lohnt. Ich bin im Hostel „Plantation House“ untergekommen, dessen Besitzer auch eine kleine Kaffeeplantage mit einer Finca hat. Er gibt taeglich Fuehrungen und erklaert mit Herzblut wo der Kaffee herkommt – von der Bluete bis in die Tasse.

Da niemand anderes vom Hostel bei der Kaffeetour dabei sein wollte, bekam ich eine Privattour – cool! Und ich kann sie nur jedem empfehlen.
Das sind die „Reifegrade“ der Bohne – von der Bluete zur noch nicht reifen gruenen Bohne. Reif sind sie,w enn sie rot werden (oder in einer moderneren Zuechtung gelb). Schwarz werden sie, wenn sie zu lange am Strauch haengen.
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Dann werden sie geschaelt und es kommen zwei weisse Bohnen raus, die eine etwas schleimige Ummantelung haben. Nachdem sie gewaschen und getrocknet wurden, sind sie weiterhin weiss und eine weitere Ummantelung kommt zum Vorschein. SAMSUNG
Diese wird dann nochmal abgerieben und man hat die gruene pure Bohne,

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welche dann geroestet wird
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Und dann wird sie gemahlen und man kann seinen Kaffee geniessen. Uebrigens, der Tipp vom Anbauer: kaufe am besten die gruenen Bohnen, wenn du z.B. in Kolumbien bist und den Kaffee nach hause tragen willst. Die gruenen Bohnen halten laenger. Dann bringe sie zu einem Roester (oder mache es einfach selbst in einer gusseisernen Pfanne) und male den Kaffee kurz vor dem Aufbruehen. Damit erhaeltst du die Frische des Kaffees!

Was man nicht alles dazulernen kann😀

Was kann man sonst noch in Salento machen? Natuerlich ins „Valle de Cocora“ zum Wandern gehen. Dort stehen die Wahrzeichen Kolumbiens: die Wachspalmen, die bis zu 60m hoch werden koennen. Ich hatte unglaubliches Glueck mit dem Wetter und konnte den ganzen Ausflug lang Sonne geniessen. Hier ein paar Eindrucke:

Ansonsten habe ich die Zeit in Salento einfach nur genossen – das Dorf ist ein beliebtes Wochenendausflugsziel fuer Kolumbianer, was bedeutet, dass es am Wochenende wirklich richtig voll wird und unter der Woche sehr beschaulich ist. Sehr zu empfehlen!
Ich hab dann mit Otto, einem anderen Reisenden aus meinem Hostel, der auch laenger als nur 2 Naechte da war, einen Ausflug nach Palestina gemacht – eine schoene nette Wanderung bzw. Spaziergang, bei dem man an verschiedenen Kaffeefincas vorbei kommt.
Nachts wurde es dann auch hier etwas kuehler und ich habe mich riesig gefreut, dass es im Gemeinschaftsraum (Kueche, Wohnzimmer) einen Kamin gab – und Feuerholz gab es auch ohne Ende gratis:
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Wie gemuetlich!

In der Woche, in der ich in Salento war, habe ich mich dann auch endlich entschieden, was ich in meinen letzten Wochen in Kolumbien machen will. Auf viel rumreisen hatte ich keine Lust mehr und ein bisschen Karibik mit Strand und Tauchen zum Abschluss meiner Reise kann ja nicht schaden. Somit ging es fuer mich ueber einen Stopp in Medellin auf die kolumbianische Karibikinsel San Andrés. Endlich wieder Tauchen!!!!

Uebernachtet in:
Hostel Plantation House (9,5US$ pro Nacht im 4er Schlafsaal inkl. gratis Kaffee den ganzen Tag)

Cali – Hauptstadt des Salsa

Nach dem kalten Bogotá zog es mich ‚gen Süden und ich dachte mir, ich hebe meine Stimmung ein bisschen indem ich Salsa tanzen gehe in der Hauptstadt des Salsa: Cali.
Gesagt, getan. Ich habe mir auch ein Hostel ausgesucht, in dem es abends kostenlose Salsa-Stunden gibt. Aber um ehrlich zu sein, war ich kein bisschen motiviert abends tanzen zu gehen. Die Salsastunden waren witzig und ich habe sie gern mitgenommen – auch die kostenlosen Yoga-Stunden waren toll. Aber abends weggehen? Nee… war nicht drin. Ich war müde…
Die Stadt an sich hat jetzt tagsüber nicht viel zu bieten – in der Stadt dreht sich für den Touristen alles um Salsa, was ja hauptsächlich am Abend stattfindet.
An einem Abend war ich mit ein paar Leuten bei „Salsa en el Parque“ – also Salsa im Park. Dort treffen sich die Kolumbianer am ersten Freitag oder Samstag des Monats, bewegen sich ein bisschen und man trinkt sich warm für den Abend. Die Idee dahinter ist, öffentliche Plätze allen zugänglich zu machen und mit Leben zu füllen. War ganz nett.
Das ist übrigens Cali von oben:

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Im Hostel habe ich Salomé aus Deutschland kennengelernt, die letztes Jahr in Kolumbien studiert hatte und jetzt Freunde besuchen ist. Zusammen mit ihr bin ich dann an die Pazifikküste gefahren: es ist Wal-Saison und wir hofften natürlich Wale sehen zu können. Mit dem Bus ging es nach Buenaventura und von dort mit einem Boot nach Juanchaco. Am Hafen angekommen ging es auf Mototaxis (also mit nem Motorrad) ins nächste ruhigere Dorf: Ladrilleros.

Die Szenerie ist wieder ganz anders als im Inland: man merkt, dass die Bevölkerung hier deutlich ärmer ist: keine befestigten Strassen und die Häuser sehen behelfsmäßig aus. Viele Touristen verirren sich hierhin nicht, was sehr spannend war.

Vom Hostel in Cali aus waren noch zwei Jungs dabei. Zu viert gingen wir dann erstmal essen: Fisch mit Reis.
(Blick vom Restaurant)
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War sehr lecker – jedoch hat mein Körper ihn gleich wieder abgestoßen😦 Naja… eine von vieren hat’s dann wohl erwischt. Ich blieb dann den Rest des Tages und die Nacht sehr dicht am Klo. Kein schönes Gefühl! So schlimm hatte ich es bisher noch nie. Der nächste Tag war für mich dann auch eher ein Bett-tag. Am Nachmittag fühlte ich mich fit genug, dass wir wieder zum Hafen in Juanchaco fuhren um zu hören, ob Boote zur Walbeobachtung rausfahren. Tja… in der Nacht hatte es so stark geregnet, dass das Dorf überschwemmt war – teilweise fuhr man mit Kanus durch die Straßen. Und es wurde so viel Treibholz angeschwemmt, welches die Struktur der Häuser bedrohte. Daher hieß es für die Männer: ran! Treibholz wegtragen oder dem Meer zurückgeben, damit die Strömung es woanders hin trägt:

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Das Meer war auch zu unruhig, sodass kein Boot zur Walbeobachtung rausfuhr😦
Aber ein Erlebnis war es schon sich den Weg durch das überschwemmte Dorf zu bahnen und den Männern zuzuschauen.

Am nächsten Tag wollten Salomé und ich dann wieder zurück. Das beste Wetter hatte es ja nicht gerade und ihr Freund wollte am nächsten Tag kommen. Wir machten uns früh auf zum Hafen, wobei es ordentlich regnete. Mit Regenjacke und teilweise unter dem Regenponcho des Mototaxifahrers versteckt ging es zu dritt auf dem Motorrad mit zwei Rucksäcken nach Juanchaco. Noch mehr Abenteuer!
Dort angekommen war schnell klar, dass das Boot nicht wie geplant fahren würde. Man wartete auf Info vom Kapitän, der gerade draußen ist, um zu sehen, ob die See ruhig genug ist. So saßen wir wieder da und warteten. Am Ende ging es dann doch irgendwann los und wir saßen mit 3h Verspätung im Bus von Buenaventura zurück nach Cali.
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Übernachtet in:
Cali: Viajero Hostel (11US$ im 10er Schlafsaal inkl. abendlichem Salsa-Gruppen-Kurs, Yoga montags, mittwochs, freitags, Pool und Frühstück; am Wochenende etwas teurer)
Ladrilleros: Hotel „Patty“ (5US$ im Schlafsaal – sehr einfach; gleich links beim Ortseingang)

Bogota – große Stadt mit viel Kreativität

Von dem negativen Erlebnis wollte ich mich dann nicht runterziehen lassen. Der Hostelbesitzer hat mir angeboten, mich in ein Einkaufszentrum, wo viele elektronische Geräte verkauft werden, mitzunehmen. Ich dachte, ich schaue mal, ob ich vielleicht eine neue Kamera finde. Ich hab zwar nichts gefunden, aber die Fahrt war genial: auf einem Motorroller durch den Verkehr von Bogotá. Das war schon sehr witzig. Zurück ging es dann mit der Transmilenio, dem sicheren öffentlichen Verkehrsmittel. Es erinnerte mich sehr stark an die Transmetro in Guatemala. Alles lief gut und ich fand auch den Weg zurück zum Hostel.
Am nächsten Tag hab ich eine „Street Art“ Tour mitgenacht. D.h. man geht etwa zwei Stunden durch den Stadtbezirk Candelaria und bekommt einige Graffitis erklärt. Hier sind ein paar besonders schöne:

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Besonders dieses Werk hatte es mir angetan, da es so naturgetreu ist – bis ins kleinste Detail:
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Die Namen der Künstler habe ich mir nicht merken können, aber einige Stücke des einen oder anderen habe ich in anderen Städten wiedergefunden.
Danach ging es noch ins Museum Botero – ein Kunstmuseum mit verschiedenen Werken verschiedener Künstler, unter anderem von Botero, einem bekannten kolumbianischen Künstler aus Medellin. Er hat einen ganz besonderen Stil, mal schauen, ob ihr erkennt, was ich meine:-)
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Ja, das ist die Mona Lisa:-)

Bogotá war dann doch ganz schön kalt (selbst der Hostel-Hund wurde zugedeckt):
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… sodaß ich mich doch auf den Weg in wärmere Gefilde gemacht habe.